
Nachdem der Orden in einen geistig-militanten Ritterorden erhoben wurde, waren die Ritterbrüder der wichtigste Teil der Gemeinschaft. Um als Ritterbruder aufgenommen zu werden, mußte der Kanidat mindestens aus dem Stand des ländlichen Kleinadels, dem der Ministeralen oder aus dem reichen Stadtbürgertum stammen. Der Bruder sollte bei der Aufnahme in den Orden gesund, frei von Schulden und möglichst ledig sein. Wenn er verheiratet war, mußte seine Ehefrau schriftlich zustimmen, daß sie mit der Abkehr ihres Mannes vom gemeinsamen Leben einverstanden war. Wenn alle Hürden überwunden waren, erhielt er bei der Aufnahmezeremonie als Prozeßritter den geweihten Herrenmantel mit dem Ordenskreuz als Zeichen seiner Ritterwürde.

Die Ritterbrüder wurden wohl zu hervorragenden Kriegern ausgebildet und ständig trainiert, ihre eigentliche Aufgabe bestand allerdings in der Verrichtung von unterschiedlichen Ämtern und Verwaltungstätigkeiten innerhalb ihrer Komturei, die ihnen je nach Eignung zugewiesen wurden. Sie versahen Dienste als Zeugmeister, aber waren auch für Küche und Keller zuständig oder kümmerten sich um wirtschaftliche Angelegenheiten wie Verwaltung des Wald- und Holzbestandes, der Felder und der Mühlen zur Mehlherstellung oder Überwachnung der Fischteiche oder der ordenseigenen Gestüte.
Getragen wurde hierbei natürlich nicht der Waffenrock, sondern die zivile Tracht des Ordens.
Die Bannerwache ist eine private Interessengemeinschaft und gehört nicht dem offiziellen Deutschen Orden mit Sitz in Wien an. Wir sind aber bestrebt, die Geschichte des Deutschen Ordens im Mittelalter möglichst orginalgetreu nachzustellen -omnia sicut lusit (alles nur gespielt)- und einer breiten Öffentlichkeit vornehmlich auf mittelalterlichen Veranstaltungen näher zu bringen.